Mikroblutuntersuchung

1. Definition
Unter der Mikroblutuntersuchung versteht man die Blutgasanalyse des Fetus unter der Geburt. Entwickler der Untersuchungsmethode: Prof. Erich Saling.
2. Indikation
Die Mikroblutuntersuchung wird genutzt, um nicht eindeutig pathologische Befunde der Kardiotokographie zu überprüfen. Indikationen für eine Mikroblutuntersuchung sind:
- mehr als 30% DIP I in der Eröffnungsphase
- leichte bis mittelschwere DIP II
- mittelschwere variable Dezelerationen sowie Dezelerationen, die ungünstige Zusatzkriterien mit schlechter Prognose aufweisen
- nicht eindeutige fetale Bradykardien und Tachykardien (Herzfrequenz unter 110 sowie über 150)
3. Durchführung
Zunächst wird der fetale Skalp unter amnioskopischer Sicht oder mittels Spekulumeinstellung sorgfältig desinfiziert und mit flüssigem Stickstoff hyperämisiert. Es folgt das Anritzen des Skalps bis zum Fließen von Kapillarblut. Das in eine heparinisierte Glaskapillare aufgenommene Blut wird anschließend mittels der Astrup-Methode analysiert.
4. Auswertung
Der Definition nach Prof. Saling entsprechend bedeutet ein pH-Wert kleiner als 7,20 eine Azidose.
- pH > 7,30: normal
- pH 7,29 – 7,25: reduziert
- pH 7,24- 7,20: Präazidose
- pH 7,19- 7,15: leichte Azidose
- pH 7,14- 7,10: mittelgradige Azidose
- pH 7,09-7,05: fortgeschrittene Azidose
- pH < 7,04: schwere Azidose
Eine zerebrale Schädigung ist nur zu erwarten, wenn die Azidose schwer ist und über einen längeren Zeitraum anhält. Bei normalen oder präazidotischen Werten wird die Mikroblutuntersuchung nach dreißig Minuten wiederholt. Wenn der pH-Wert weiter abfällt, sollte die Geburt in absehbarer Zeit beendet werden.
6. Quelle
Flexicon
Hintergrundinformationen zu Begründer der Methode Prof. Erich Saling:
http://www.saling-institut.de/german/02saling/01einfuerung.html